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MedCampus Linz
Bauherr: Kepler Universitätsklinikum GmbH
Standort: Linz 2015 - 2015
EU-weit offener Wettbewerb für das Campusgebäude der medizinischen Fakultät an der Johannes Kepler Universität Linz
Wettbewerbsbeitrag ARGE Kaufmann & Partner Architekten und Kleboth Lindinger Dollnig Architekten

Ein Ensemble aus vier eigenständigen Baukörpern bildet den neuen Medizincampus der Johannes Kepler Universität Linz. Unter einem einheitlichen Fassadenkleid stecken ganz unterschiedliche Bautypologien, die den Anforderungen ihrer Nutzungen optimal gerecht werden. Die modulare Konzeption erlaubt Flexibilität in Errichtung und langfristen Betrieb und stellt wie bisher eine kleinteilige Durchwegung des Bauplatzes und optimale Zugänglichkeit sicher.

Landmark Universitätsplatz
Der große, überdachte Eingangsbereich – Universitätsplatz – ist das stadträumliche Erkennungsmerkmal der neuen Linzer Medizinfakultät. Hier kreuzen sich wie selbstverständlich die Wege von Ost nach West und von Nord nach Süd. Der Platz wird so während allen Jahreszeiten zum selbstverständlichen Meetingpoint der Studierenden und Lehrenden. Vor Niederschlägen ebenso geschützt wie vor der Sonne befinden sich hier Sitzbänke sowie die Terrasse des Cafés.

3-dimensionaler Access Space
Alle 4 Gebäude des Ensembles plus die mögliche Erweiterung im Westen werden über einen gemeinsamen, dreidimensional verlaufenden Weg erschlossen. Dieser Erschließungsraum stellt eine Schnittstelle aus horizontaler und vertikaler Erschließung dar, bietet selbsterklärende Übersichtlichkeit durch abwechslungsreiche Lufträume und logische geradlinige Wegführung.

Häuser an der Straße
Die Medizin-Universität präsentiert sich im Stadtraum als ein 4-teiliges Haus-Ensemble, dessen Masstäblichkeit städtischen Häusern entspricht. Die unterschiedliche Höhe und Breite der Fassaden rhythmisieren die Krankenhausstraße und binden diese ganz selbstverständlich in den städtischen Kontext ein. Durch die Lage an der Straße kann der Krankenhauspark erhalten und als kompakte Grünfläche räumlich klar gerahmt werden.

Ereichbarkeit
Das bestehende, feingliedrige Wegenetz auf dem Bauplatz bleibt erhalten. So kann das Gebäude vielfältig umrundet und gequert werden. An der Krankenhausstraße werden die Gehwege zu einer breiten Promenade zusammengefasst, mit der bestehenden Baumreihe in der Mitte. Die Trapezform des Seminargebäudes nimmt die Wege des Parks auf und stellt somit weiterhin einen direkten, ungehinderten Zugang zum Krankenhauspark sicher. Die Universität selbst ist von allen Richtungen aus ideal erreichbar und zugänglich. Die neu situierte Tiefgarageneinfahrt befindet sich im Westen, ein separater, gut erreichbarer, ebenerdiger Ladehof zur Ver- und Entsorgung im Osten. Die Fahrräder können dezentral und kompakt situiert an allen Eingängen abgestellt werden.

Modulare Baukörper
Der Entwurf für die Kepler Medizinuniversität sieht 4 getrennte Baukörper vor. Jeder Bau beherbergt spezifische Nutzungen: die Bibliothek, den Empfang und die Seminarräume, die Büros und Labors, die spezielle Lehre. Durch diese modulare Anordnung kann jedes Gebäude auf seine Ansprüche und Anforderungen optimiert entworfen, errichtet und betrieben werden. So besitzt jeder Bau eine maßgeschneiderte Baustruktur, die je nach Nutzung über unterschiedliche Raumhöhen und -tiefen, optimierte Haus- und Elektrotechnik, angepasste Erschließungs- und Fluchtwege etc. verfügt. Das statische System ist für den jeweiligen Verwendungszweck angepasst. Das Splitten in vier Gebäude bringt auch in der langjährigen, nachhaltigen Nutzung entscheidenden Vorteile: So kann jeder Bauteil für sich und unabhängig erweitert, aufgestockt, umgebaut oder sogar - langfristig betrachtet - ersetzt werden.

Eingangs- und Seminargebäude
Der ‚spektakulärste ‘ Bauteil des Ensembles empfängt die BenutzerInnen mit einladender Geste. Man betritt die Universität über den großen überdachten Universitätsplatz. Vis á vis vom Eingang befinden sich alle wesentlichen Servicebereiche, der Portier mit den zugehörigen Räumen und das Café. Rund um den räumlich differenzierten Luftraum sind spiralförmig Hörsäle, Seminar-und Skillcenterräume angeordnet. Das zentrale Atrium ermöglicht mit seinen Galerien selbstverständliche Blickbeziehungen über die Geschosse hinweg und bietet einfache Orientierung und gute Übersichtlichkeit. Eine große Lernterrasse im 3. Obergeschoß bietet ein interessantes zusätzliches Freiraumangebot für Meetings und Kleingruppen.

Bibliotheksgebäude
Am westlichen Ende des Erschließungsraums mit direktem Blick auf den Krankenhauspark situiert vermittelt die Bibliothek die gewünschte Ruhe. Über einen gemeinsamen Luftraum sind die einzelnen Funktionen in Form eines Splitlevels organisiert. So entsteht ein fließendes, sympathisches Raumkontinuum, das im ersten Obergeschoß optimal an den Access Space angedockt ist. Im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß befindet sich die Verwaltung.

Labor- und Bürogebäude
Im Erd- und ersten Obergeschoß liegen die großen Hörsäle, die sich zu dem zweigeschossigen Veranstaltungsraum / Foyer und zum Universitätsplatz hin erweitern lassen. Die Büro- und Laborbereiche sind in zwei getrennten Bauteilen untergebracht und trotzdem in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander. Beide Raumteile sind hinsichtlich ihrer Raumtiefe für die jeweiligen Nutzungen optimiert und verfügen über kompakte Erschließungsbereiche. Die nichttragenden Zwischenwandelemente erlauben eine rasche, unkomplizierte Anpassung der Raumteilung an geänderte Bedürfnisse. Das ZMF in den obersten beiden Geschoßen verfügt über kleine Patios. Eine Zonierung entsprechend dem Sicherheitskonzept ist sichergestellt.

Gebäude für spezielle Lehre
Ganz im Osten und mit direktem Zugang an die Blutzentrale befindet sich das längliche Gebäude für die spezielle Lehre. Dessen Baukörperzuschnitt erlaubt die einfache Adaptierung auch für geänderte, kleinteiligere Nutzungen. Durch die Lage am Ende des Access Space ist die gewünschte Zonierung entsprechend der Sicherheitsvorgaben logisch gewährleistet.

Fassadenkleid
Das gesamte Ensemble wird entlang der Straße in ein leichtes Faltenkleid‘ gehüllt. Diese vorgehängte keramische Schicht verleiht den Baumassen eine Leichtigkeit und dient gleichzeitig als Fassaden- und Sonnenschutz. In den Zwischenräumen der Baukörper sind die Fassaden begrünt. Dieses ‚Pflanzenkleid‘ spendet Schatten und Feuchtigkeit und kühlt gleichzeitig auf natürlichen Weise die dahinterliegenden Räume.



Projektdaten:

ARGE Kaufmann & Partner Architekten und Kleboth Lindinger Dollnig (KLD) Architekten

Partner in charge: Mathias Haas
Team: Andreas Kastenhuber, Andreas Justl, Daniela Moosbauer
Team KLD: Andreas Kleboth, Gerhard Dollnig, Erika Brunnermaier, Kinga Walczak

Nutzfläche (ohne TG): 15.371m2
BGF gesamt: 26.839m2
BRI gesamt: 108.082m3

Planungsphase: 06-09/2015

Außenrenderings: sonaar
Text: Andreas Kleboth