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Ein Regenschirm für Jedermann
Bauherr: Salzburger Festspiele
Standort: Salzburg 2004 - 2004
Ein Schirm für Jedermann.
Mobile Überdachung für den Domplatz in Salzburg.

Theaterliebhaber aus aller Welt pilgern Sommer für Sommer nach Salzburg, um einmal im Leben den „Jedermann“ am Domplatz zu sehen. Gott der Herr bemüht sich zwar redlich um Sonnenschein, aber manchmal regnet es doch. Dann bräuchte Jedermann einen Schirm.

Die Überlegungen hinter diesem Projekt basieren auf zwei Tatsachen: Zum einen ist der „Jedermann“ nur auf dem Domplatz ein echter „Jedermann“ , zum anderen müsste das Große Festspielhaus durch die Überdachung nicht mehr als Schlechtwetter-Ausweiche herhalten, sondern könnte parallel für andere Festspiel-Produktionen genutzt werden.

Technische Vorgaben
Acht Wochen im Jahr wird die Überdachung gebraucht, die restliche Zeit muss sie sich einfach lagern lassen. Die Fassaden am Domplatz dürfen in keiner Weise berührt werden, ebenso darf die Verankerung im Boden das unter dem Domplatz liegende, archäologisch bedeutende Domgrabungsmuseum nicht touchieren.. Und das Ganze soll sich in 20 Minuten öffnen und schließen lassen. Grundlegende Lösungen
Wie auch immer man den Domplatz überdacht, der Regen wirkt wie ein störender Trommelwirbel. Trotz elektroakustischer Verstärkung der Schauspieler-Stimmen musste eine zusätzliche Lärmentwicklung durch den auf die Überdachung prasselnden Regen vermieden werden. Gelöst wurde dies mittels zwei Membranebenen: Die erste zerstäubt den Regen in winzige Wasserpartikel, die zweite fängt ihn auf und transportiert ihn ab.

Weiters soll der Zuschauer bei guten Wetterbedingungen die Überdachung im offenen, also geparkten Zustand nicht wahrnehmen und einen ungehinderten Blick auf Domfassade und das Spiel der Akteure genießen können.

Die Leichtigkeit des Seins
Alle diese Vorgaben mündeten in einen Entwurf, der Leichtigkeit ausstrahlt und in seiner Kompaktheit das historische Ensemble nicht beeinträchtigt, genauso wenig wie den Blick der Besucher auf den Jedermann. Die Konstruktion besteht aus Fachwerkstahlbindern mit Membranhaut, die hydraulisch betrieben wird, und schafft einen atmosphärischen Mehrwert, indem sie Rücksicht auf die sensible Umgebung dieser weltweit einzigartigen Freiluftspielstätte nimmt.

Fotos: Kaufmann|Partner
Text: Norbert Tomasi