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Gericom Headquarters
Bauherr: Gericom AG
Standort: Linz 1999 - 2001
Industrielle Funktion und Poesie.
Büroumbau und Hallenneubau Gericom AG

Inmitten industrieller Gegebenheiten, zwischen weitläufigen Lager- und Fabrikhallen, Gleisanlagen, Hafenbecken und Hebekränen wurde ein altes Verwaltungsgebäude umgebaut und um eine Auslieferungshalle ergänzt. Beides musste in Funktion und Erscheinung den Ambitionen eines international tätigen Computerherstellers entsprechen.

Die in diesem von monotonem Funktionalismus geprägten Umfeld angesiedelte Gericom AG wollte durch einen umfassenden Büroumbau die Mängel ihres baulich belanglosen Gebäudes aus den 1950er Jahren beheben, zusätzliche Flächen gewinnen und durch ein architektonisches Signal das Image des Unternehmens auch nach außen transportieren. Zusätzlich wurde eine Lager- und Distributionshalle angeschlossen, die gleichzeitig die ungenügende Fluchtwegsituation des als Produktionsstätte genutzten ehemaligen Lagerspeichers beheben sollte.

Der Umbau des Bürogebäudes
Die zweigeschossige Eingangshalle an der Südwestecke schafft eine weitläufige Eingangssituation, durch die der Kunde das Gebäude betritt. Im Inneren erschließt ein zentrales Stiegenhaus die weiteren Bereiche. Die Mitarbeiter gelangen, nach erfolgtem Sicherheits-Check, über die östliche Verbindungsbrücke an ihre Arbeitsplätze; externe und interne Wege werden dadurch geordnet. Das Erdgeschoß dient rein als Verkaufsfläche, während die Büros der Geschäftsleitung und des Vertriebs im ersten Geschoß angesiedelt sind. Das zweite Obergeschoß fungiert als sozialer Raum mit der Betriebskantine und Besprechungszimmern.

Industrielle Poesie
Straßenseitig wurde der bestehenden Lochfassade eine Schicht aus perforiertem und aufgebogenem Wellblech vorgesetzt, die einerseits optimal auf die Lichtverhältnisse vor Ort eingeht, anderseits dem Gebäude und dem Unternehmen ein repräsentatives Erscheinungsbild in Richtung der stark frequentierten Industriezeile bietet.

Diese Fassadenlösung geht spielerisch und poetisch auf die Rohheit des umliegenden Hafengebiets ein und ist zugleich nicht willkürlicher Formalismus, sondern wurde aus der funktionalen Anforderung eines Sonnenschutzes heraus entwickelt. Poesie und Funktion sind in dieser eigenständigen und unverwechselbaren Fassadenlösung vereint.

Die Distributionshalle
Südwestlich an das Produktionsgebäude grenzend sind erdgeschossig alle erforderlichen Lager- und Manipulationsflächen untergebracht. Der mittels Brücke an das Bürogebäude angedockte Verbindungsgang im ersten Geschoß mit östlichem Treppenhausturm stellt die neue Haupterschließung für die Fertigungsbereiche dar. Auch hier wird durch die Verwendung kostengünstiger Kunstoffstegplatten und deren Detailgestaltung ein gestalterischer Mehrwert erzielt. Zudem eliminiert die transluzente Fassade den sonst abweisenden Charakter vergleichbarer Hallenbauten und schafft einen tageslichtdurchfluteten Arbeitsbereich. Und nicht zuletzt wird das Flachdach in der warmen Jahreszeit gern von den Angestellten als Dachterrasse genutzt, mit einem unvergleichlichen Blick auf die umliegenden Hafenbecken.

Fotos: Dietmar Tollerian
Text: Norbert Tomasi
Architektur: factoryDA