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Stammhaus Raiffeisen Landesbank
Bauherr: Raiffeisenlandesbank OÖ
Standort: Linz 2001 - 2002
Neue Struktur hinter bekannten Fassaden.
Umbau Stammhaus Raiffeisen Landesbank.

Ziel eines guten Umbaues ist neben der räumlichen Erweiterung die klare Strukturierung von alltäglichen Abläufen. Beim Umbau des Vorstandsbereiches der Raiffeisen Landesbank wurde darauf besonders großer Wert gelegt.

Der Umbau des Stammhauses der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich umfasste im Wesentlichen drei Bereiche: Einerseits wurde der Vorstandsbereich im dritten Obergeschoß neu organisiert und um einen Catering-Bereich für Gäste erweitert, andererseits erfuhr das Finance Trade Center im Erdgeschoß eine Neustrukturierung inklusive Ausstattung mit modernster Händlertechnik. Im Anschluss an das neue Finance Trade Center entstand zum Südbahnhofmarkt hin die „Börserie“, das Café der Raiffeisen Landesbank mit angeschlossener Vinothek.

Die Architektur.
Die Architektur des Vorstandsbereichs beschränkt sich auf die Verwendung weniger Materialien wie Nussholz, Glas und weißer Oberflächen. Der Besprechungsraum in der Mittelzone wird von Nussholzpaneelen und neutralweißen Wandzonen dominiert, während im zentralen Sitzungszimmer hinterleuchtete Glaswände für eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre sorgen.

Die den verschiedenen Nutzungsbereichen zugeordneten Leitmaterialien und Farben definieren die Funktion der einzelnen Räume und folgen den jeweiligen atmosphärischen Erfordernissen. Die Besprechungseinheiten in der tageslichtfreien Mittelzone sind im Inneren hell und weiß gehalten, was konzentriertes Arbeiten mit moderner Präsentationstechnik ohne störende externe Lichteinflüsse ermöglicht.

Die Bedeutung des großen Sitzungszimmers als Herzstück der Kommunikation manifestiert sich nicht nur in dessen zentraler Lage im Geschoß, sondern auch in der lediglich hier von der Rechtwinkligkeit abweichenden Grundrissform inklusive einer leicht geneigten Decke, die auf die besonderen Anforderungen der Akustik reagiert. Zudem transportiert die farblich ständig wechselnde Glaswand die pulsierende Tätigkeit aus dem Inneren in den Umraum. Schon der Eintritt ins große Sitzungszimmer wird seiner Bedeutung nach inszeniert. Der eingeschobene Tunnel stellt einen angemessen großzügigen Zugang vom Foyer aus dar und bildet im Inneren einen Schwellenbereich, der eine vorgelagerte neutrale Verweilzone im Konferenzraum bietet.

Entlang der Fassade zum Südbahnhofmarkt hin erstrecken sich die einzelnen Büros der Geschäftsleitung und der ihnen zugeordneten Assistenz- und Sekretariatsbereiche. Der östlich gelegene Catering-Bereich für Gäste gruppiert sich um einen offenen Barbereich und komplettiert den Vorstandsbereich.

Um den informelleren Charakter des Catering-Bereichs zu betonen, wurde die illuminierte Wand mit gerillt gebogenen Glaslamellen horizontal strukturiert. Der Barbereich wurde mit textilen Oberflächen gestaltet. Leichte Paravents unterteilen die großen Gästezimmer, die dadurch den jeweiligen Erfordernissen entsprechend in Zonen gegliedert werden können.

Die Kunstobjekte wurden gezielt in die Gestaltung integriert und wirken als selbstverständlicher Bestandteil der Innenarchitektur.

Die Börserie.
In der neuen Struktur des Stammhauses bildet die Börserie die kulinarische Schnittstelle der Bank zu ihren Kunden, gleichzeitig wird durch sie auch das Leben des angrenzenden Südbahnhofmarktes erweitert.

Primäre Aufgabe war, die beiden Hauptfunktionen der Börserie – untertags Café, abends Vinothek - in eine einheitliche Form zu bringen und die Nähe des Finance Trade Centers der Bank ablesbar zu machen.

Um die zentrale Bar gruppieren sich entlang der Fassade der Café- sowie der Clubbereich, die ihrerseits durch den Windfang des Eingangs separiert sind und so dem Club die gewünschte diskrete Atmosphäre einräumen.

Generell öffnet sich die Börserie durch großflächige Glaselemente sehr stark nach außen zum Südbahnmarkt und zum innen liegenden Handelszentrum. In beiden Fällen kann aber bei Bedarf die nötige Diskretion hergestellt werden, im Fall der straßenseitigen Fassade durch großflächig mit dem Schriftzug „Börserie“ bedruckten Rollos, die den Inhalt auch im geschlossenen Zustand nach außen kommunizieren.

Fotos: Dietmar Tollerian
Text: Norbert Tomasi
Architektur: factoryDA