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FÖRDERPREIS
Courtyard by Marriott
Bauherr: Kongresshotel Errichtungs-u. BetriebsGmbH
Standort: Linz 1992 - 1994
Globale Vorgaben lokal gelöst.
Hotel am Europaplatz.

Internationale Hotelbetreiber haben einen eigenen Blick auf Hotelanlagen. Einerseits zählt die Rentabilität, anderseits der internationale Standard, der schließlich überall gleich sein muss. Diese Anforderungen an einem Ort mit vergleichsweise moderaten Hotelzimmerpreisen unter einen Hut zu bringen, ist Aufgabe des Architekten.

Gemeinsam mit dem Entwurf des Designcenters wurde von Thomas Herzog ein städtebauliches Konzept für ein integriertes Hotel mit 230 Zimmern entwickelt – gerade im Konferenz- und Messebetrieb eine sinnvolle Angelegenheit -, welches schließlich von der Arbeitsgemeinschaft Kaufmann|Herzog umgesetzt wurde. Die eigentlichen Schwierigkeiten bestanden in den Vorgaben der Betreiber, die mit einem globalen Rentabilitätsvergleich, ausgehend vom zu erwartenden Zimmerpreis, operieren. Obwohl der Zimmerpreis in Linz deutlich unter jenem in Prag oder Paris liegt, haben Ausführung und Qualität der Gestaltung dem internationalen Standard des Betreibers zu entsprechen. Auf die Frage wie das gehen soll, stellt die Betreiberseite lapidar fest: „Das eben ist die Kunst des Architekten.“

Ursprünglich wurde das Hotel für die Penta Hotelgruppe konzipiert und errichtet, zwischenzeitlich wurde es als Ramada Hotel geführt, und heute gehört es zur Marriott Hotelgruppe. Dank seiner verkehrstechnisch optimalen Anfahrtslage und der guten Anbindung an die Stadt zählte das jetzige Courtyard by Marriott von Anbeginn an zu den bevorzugten Hoteladressen in Linz.

Städtebauliche Situation.
Der Vorplatz des Designcenters wird hin zur Frankstraße von einem länglichen Hotelbau begrenzt und definiert, wobei das Hotel nicht bis zum Kreuzungspunkt der Goethestraße vorgezogen ist, sondern dieser Platz offen bleibt, um das gegenüberliegende ORF-Landeszentrum visuell in das Gesamtambiente zu integrieren. Im Osten ist dem Hotelriegel ein dreieckiger eingeschossiger Baukörper mit Restaurant und Bar vorgelagert.

Funktionale Organisation und Architektur
Die Anfahrt zum Hotelvorplatz erfolgt direkt von der Frankstraße, genauso wie die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage. Man betritt das Hotel über eine zweigeschossige Hotellobby, das zentrale Element des Gebäudes. Von hier aus erschließen sich die Hotelzimmer durch die zentrale Liftanlage und das Stiegenhaus. Der Restaurant- und Barbereich sind offen an die Hotellobby angebunden. Auch der ausgedehnte Fitnessbereich ist einfach von hier zu erreichen.

Die Regelgeschoße des Hotels sind nach den klassischen Prinzipien einer zweiseitigen Zimmeranordnung mit Mittelgangerschließung entwickelt. Die Besonderheit an diesem Gebäude ist die leichte Verschiebung der beiden Flügel, was nicht nur die Fluchtwegsituation optimal löst, sondern das Gebäude durch die verringerten Ansichtsbreiten der Stirnseiten auch schlanker und eleganter erscheinen lässt. Als Fassadenmaterial wurden Ziegelelementplatten sowie vorgesetzte Sichtbetonscheiben an den Stirnseiten verwendet. Die an den Längsseiten des Gebäudes auskragenden Sichtbetonelemente verhindern einen geschoßweisen Brandüberschlag, ermöglichen dadurch raumhohe Fensterelemente und strukturieren zudem die Fassade. Das verleiht ihr eine gewisse Tiefe durch das Licht- und Schattenspiel auf der Gebäudeaußenseite. Nach oben hin wird das Gebäude durch ein auskragendes und abdistanziertes Vordach abgeschlossen.

Fotos: Dietmar Tollerian, Kaufmann|Partner
Text: Norbert Tomasi
Architektur: ARGE Kaufmann|Partner und Arch. Herzog