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GRZ Genossenschaftsrechenzentrum
Bauherr: GRZ Linz
Standort: Linz 1978 - 1980
Programmatisch seit 1978.
Genossenschaftsrechenzentrum – IT Center.

Genugtuend ist es, wenn Dinge, die man vor einer halben Ewigkeit entwickelt hat, bis heute als richtig und wegweisend betrachtet werden. Das GRZ entstand 1978 aus rein pragmatischen Überlegungen, eine für heutige Verhältnisse recht klobige technische Infrastruktur mit funktionalen Arbeitsplätzen zu verbinden.

Das GRZ ging 1978 aus einem gewonnenen Wettbewerb hervor. Die Warenvermittlung und der gesamte Geldverkehr des Auftraggebers sollten in einem zentralen Rechenzentrum gebündelt werden.

Konzept
Das Gebäude wurde als Solitär in damals noch unverbauter Umgebung errichtet; ein richtungsloser, in sich abgeschlossener Baukörper erschien dabei als sinnvollste Lösung. Größte Herausforderung war die Implementierung der damals noch völlig neuartigen Technik – und das betraf nicht nur das Rechenzentrum, sondern das ganze Gebäude. Erstmals wurden hier kabelführende Doppelbodensysteme eingesetzt. Kaufmann|Partner entwickelte auch sämtliche Möbel, die vom Tischler extra angefertigt wurden, um das Verkabelungsproblem am Arbeitsplatz in den Griff zu bekommen.

Der Entwurf umfasst einen kreuzförmigen, zweihüftigen Bürobau, mit nach oben hin terrassierten Traktlängen und einem zentralen Foyerbereich, in dem die Stiegenhausanlage und die Doppellifte diagonal untergebracht sind. Dieses Konzept ermöglicht eine klare und transparente Wegführung durch die einzelnen Zonen des Gebäudes. Besonders im Erdgeschoß und im Keller hat Funktionalität oberste Priorität. In Letzterem sind neben Lagerräumen vor allem alle energiesicherheitsrelevanten Systeme untergebracht: unterbrechungsfreie Stromversorgung, Batterieanlagen und Notstromaggregate. Das Erdgeschoß wiederum wurde nach den damaligen Anforderungen eines Rechenzentrums organisiert. Die Produktion mit Systembereich, ein Druckerraum, ein groß dimensioniertes Papierlager und der Kundenbereich wurden hier so angeordnet, dass ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist.

Das Herzstück des Gebäudes, das Rechenzentrum, ist an die klimatischen Herausforderungen einer Großrechneranlage angepasst. Der Rest des Gebäudes wird natürlich klimatisiert. Die Arbeitsräume sind als offene Gruppenbüros konzipiert, die durch die Verwendung von Vollglastüren zusätzliche Transparenz erhielten.

Kleine Anekdote am Rande.
Zehn Jahre nach Fertigstellung nahm Wolfgang Kaufmann an einer Sitzung teil, in der die Firma Lampertz - die weltweite Nummer eins im Bereich der physikalischen Daten und Systemsicherheit von Rechenzentren - das GRZ als Paradebeispiel für ein gelungenes Rechenzentrum präsentierte. Das erstaunte ihn doch sehr. Aber offenbar hat der 1978 entstandene Bau sehr viele Entwicklungen des modernen Verwaltungsbaus vorweggenommen, ohne dass man dies zum damaligen Zeitpunkt erahnen konnte.

Fotos: Dietmar Tollerian, Kaufmann|Partner
Text: Norbert Tomasi